Boom bei Finanzamt-Selbstanzeigen

APA (epa)

Knapp 13.600 Österreicher haben sich zudem dafür entschieden, ihr Vermögen in der Schweiz den heimischen Steuerbehörden offenzulegen. Die Frist dazu ist Ende Mai ausgelaufen. Rund 4,4 Mrd. Euro wurden den österreichischen Behörden gemeldet. Diese Offenlegung wird ebenfalls als Selbstanzeige gewertet und wird die Zahl der Anzeigen nach oben schnellen lassen.

Die Schweiz hat Österreich bisher in zwei Tranchen 671,4 Mio. Euro an Steuereinnahmen transferiert. Diese Summe hat die Schweizer Steuerverwaltung für jene in der Schweiz deponierten Vermögen überwiesen, deren österreichische Besitzer anonym bleiben wollen und eine Abgeltungssteuer in der Höhe von 15 bis 30 Prozent zahlen mussten. Wirtschaftsprüfer Deloitte rechnet damit, dass Österreich die budgetierte Milliarde aus dem Steuerabkommen lukriert. Zwischen 200 und 400 Mio. Euro an Steuereinnahmen sollten noch aus den gemeldeten 4,4 Mrd. Euro fließen, erwartet Deloitte-Partner Alexander Lang.

Die Wirtschaftsprüfer haben nach eigenen Angaben bisher "mehrere hundert" Klienten in der Schweizer-Steuercausa beraten. Ende 2013 wird die Schweiz eine Liste von Österreichern übermitteln, die ihr Geld schnell noch vor Inkrafttreten des Abkommens nach Österreich oder in andere Steueroasen, etwa nach Singapur transferiert haben. Österreich habe auch ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Singapur, betonte der Deloitte-Experte.

Noch wenige Selbstanzeigen hat es im Zusammenhang mit dem ab Anfang Jänner 2014 geltenden Schwarzgeld-Steuerabkommen mit Liechtenstein gegeben.