Studenten gingen erneut auf die Straße

Tausende Studenten haben am Donnerstag in ganz Österreich für die Verbesserung der Studienbedingungen protestiert. In Wien versammelten sich rund 8.000 Demonstranten am Urban-Loritz-Platz bei der Stadthalle. Auch an anderen Uni-Standorten gingen Hunderte auf die Straße. Bundespräsident Fischer plädierte für einen "Dialog ohne Vorbedingungen" und gegen "soziale Barrieren beim Universitätszugang".
Höhepunkt des Aktionstages war ein Sternmarsch der Studenten verschiedener Wiener Universitäten zum Urban-Loritz-Platz am Gürtel, wo sich am Abend laut Polizeiangaben bis zu 8.000 Demonstranten versammelten - um gut 2.000 weniger als in der Vorwoche. Die Veranstalter - sie sprach von bis zu 20.000 Teilnehmern - forderten u.a. das Recht auf freie Bildung und bejubelten die Solidaritäts-Aktionen an deutschen Universitäten. In Anschluss an die Reden war ein Konzert der oberösterreichischen Band Attwenger geplant.
Am zweitgrößten Uni-Standort Graz gingen 1.200 Studenten auf die Straße. Schon am Nachmittag hatten Demonstranten einen Sarg in der Mur versenkt und kurzfristig die Hauptbrücke über den Fluss besetzt. Auch in Linz zogen rund 500 Demonstranten zum Ars Electronica Center, wo sie neuerlich vom Schriftsteller Robert Menasse unterstützt wurden. In Salzburg veranstalteten 400 Studierende einen eine Trauer-Prozession durch die Innenstadt und warfen Wissenschaftsminister Hahn vor, die Bildung zu Grabe zu tragen.
Angelaufen war der Uni-Aktionstag schleppend: Am Vormittag deponierten Vertreter der Hochschülerschaft 50 Wecker am Ballhausplatz, um den dort residierenden Kanzler Faymann symbolisch aus seinem "bildungspolitischen Tiefschlaf" zu läuten. Die für 11.00 Uhr angekündigte gemeinsame Kundgebung von Studenten und Schülern fiel dann mangels Teilnehmern überhaupt flach.

