APA

Rudas sorgt für Verwunderung bei Muslimen

Im populistischen Fahrwasser (APA (Archiv/Techt))

Die Kritik von SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Rudas am angeblichen Kopftuchzwang hat für Verwunderung bei Muslimen gesorgt. Die Islamische Glaubensgemeinschaft forderte Aufklärung. Die rechte Opposition höhnte: FPÖ-Vizechef Hofer mutmaßte, die "vorgeblich interkulturelle Erleuchtung" liege an der heranrückenden Wien-Wahl. BZÖ-Generalsekretär Petzner verglich Rudas mit der FPÖ-Abgeordneten Rosenkranz.

Verwirrung gab es in der Wiener ÖVP. Integrationssprecherin Sirvan Ekici interpretierte Rudas' Kritik am Kopftuchzwang dahingehend, dass sich die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin ein Verbot vorstellen kann und meinte: "Wieder einmal spricht man aufseiten der SPÖ mit gespaltener Zunge." Ekici begrüßte allerdings die "Einsicht", dass vor allem in Wien in Sachen Integration Aufholbedarf gegeben sei. Was SPÖ-Integrationssprecherin Nurten Yilmaz zum Konter zwang: Ekici versuche erfolglos, das Modell der Wiener Integrationspolitik schlecht zu reden.

"Mit ihren Äußerungen zum muslimischen Kopftuch begibt sich Laura Rudas ins populistische Fahrwasser, das bei schwindendem Wertebewusstsein und sozialer Unsicherheit auf ein Wir-Gefühl durch Abgrenzung setzt", so die Islamische Glaubensgemeinschaft. Die SPÖ-Politikerin müsse sich auch die Frage gefallen lassen, wie sie es denn mit der Trennung von Staat und Religion halte, wenn sie sich einfach anmaße, ein Urteil über das Kopftuch zu fällen.

Bewerten Sie diesen Artikel: --SchlechtNicht so gutOkGutHervorragend++
Zur Bewertung klicken Sie mit Ihrer Maus auf den entsprechenden Stern.