US-Soldaten gedachten weltweit der Fort-Hood-Opfer

Mit einer Schweigeminute auf allen US-Militärstützpunkten weltweit haben am Freitag Hunderttausende Soldaten den Opfern des Amoklaufs in Fort Hood (Texas) gedacht. Unterdessen ging die Suche nach dem Motiv des muslimischen Militär-Psychiaters weiter, der am Vorstag auf dem größten Stützpunkt in den USA 13 Menschen getötet und 30 verletzt hatte.
Der mutmaßliche Amokläufer liegt im Koma, sein Zustand ist aber nach Spitalsangaben stabil. Major Nidal Malik Hasan wurde von vier Schüssen getroffen. US-Medien berichteten am Freitag, der 39-Jährige habe Alpträume gehabt. Hasan sollte als Mitglied einer Reserveeinheit, die Soldaten mit psychischen Störungen betreut, in Afghanistan stationiert werden, so eine Heeressprecherin. Er lehnte dies aber ab. Der gläubige Muslim palästinensischer Abstammung hatte sich öffentlich gegen die Kriege in Irak und Afghanistan geäußert.
Ermittler durchsuchten die Wohnung des Todesschützen in Killeen (Texas) in der Hoffnung, Hinweise auf die Hintergründe zu finden. Er habe unlängst begonnen, seine Möbel sowie anderes Hab und Gut wegzugeben, darunter auch einen Koran, hieß es. In den vergangenen Wochen habe Hasan zudem begonnen "arabische Kleidung" zu tragen, berichteten Nachbarn.
Die US-Streitkräfte standen einen Tag nach der schlimmsten Bluttat auf einem ihrer Stützpunkte noch immer unter Schock. "Es ist ein Tritt in die Magengrube", sagte am Freitag Heeres-Stabschef General George Casey. Zunächst habe die Tat keinen Einfluss auf die Entsendung von Soldaten. "Das kann sich aber ändern", sagte Casey.
US-Präsident Obama hat unterdessen seinen für kommenden Donnerstag geplanten zweitägigen Besuch in Japan um einen Tag verschoben. Das ermöglicht dem US-Präsidenten, an der Trauerfeier für die Opfer der Schießerei in Fort Hood in Texas teilzunehmen.

