13 Tote nach Amoklauf auf US-Militärbasis

Ein Blutbad auf ihrem größten Militärstützpunkt hat die USA erschüttert: Ein Psychiater der US-Armee hat in Fort Hood 13 Menschen erschossen und 30 verletzt, bevor er durch eine Sicherheitskraft angeschossen wurde. 39-jährige Psychologe überlebte und wird im Krankenhaus behandelt. Das Motiv war noch unklar, er soll sich gemobbt gefühlt haben.
Der Major jordanischer Abstammung hatte als Psychologe bei der medizinischen Betreuung heimkehrender oder vor einem Einsatz stehender Soldaten gearbeitet. Seinen Amoklauf unterbrochen hatte eine weibliche Sicherheitskraft, die selbst bei der Schießerei verletzt wurde.
Das Motiv des mutmaßlichen Täters war zunächst unklar: Mehreren Quellen zufolge stand er kurz vor einer Entsendung in den Irak oder nach Afghanistan. Mit einer Fläche von 880 Quadratkilometern ist Fort Hood in Texas der größte Stützpunkt der US-Streitkräfte in den USA. In der Garnison zwischen Austin und Waco sind 52.000 Soldaten stationiert.
Die "Washington Post" berichtete, der Psychiater sei ein gläubiger Moslem gewesen und habe früher jeden Tag in seiner Gemeinde nahe Washington gebetet. Eine Tante des 39-Jährigen sagte der Zeitung, er sei seit Jahren wegen seines Glaubens immer wieder schikaniert worden. Seit Jahren habe der Militär-Psychiater auch versucht, aus der Armee entlassen zu werden und sogar angeboten, die Kosten für seine medizinische Ausbildung der Armee zurückzuzahlen.
Die "New York Times" berichtete, nach Angaben eines Neffen war der Schütze "entsetzt", dass er Ende des Monats in den Irak geschickt werden sollte.
Der US-Nachrichtensender CNN strahlte am Freitag erste Videobilder des Todesschützen aus, die ihn wenige Stunden vor der Tat zeigen. Auf den Bildern einer Überwachungskamera in einem kleinen 7-Eleven-Laden ist er in der traditionellen weißen Tracht gläubiger Muslime zu sehen.
US-Präsident Obama sprach von einem "furchtbaren Ausbruch der Gewalt", dessen Hintergründe rückhaltlos aufgeklärt würden. "Wir werden sicherstellen, dass jede einzelne Frage zu diesem schrecklichen Zwischenfall beantwortet wird", sagte Obama. Das Repräsentantenhaus hielt eine Schweigeminute ab.

