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Prozess gegen Karadzic in Den Haag unterbrochen

Karadzic will sich selbst verteidigen (APA (epa))

Das Verfahren gegen den ehemaligen Präsidenten der bosnisch-serbischen Republik, Radovan Karadzic, vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist am Dienstag vorläufig unterbrochen worden. Die für Mittwoch geplante Verhandlung wurde abgesagt. Richter O-Gon Kwon erklärte, dass der Senat den genauen Termin für die Fortsetzung des Verfahrens schriftlich veröffentlichen werde.

Karadzic war am Dienstag erstmals seit Beginn seines Prozesses vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) erschienen. Karadzic hatte vergangene Woche und am gestrigen Montag die Hauptverhandlung boykottiert. Der frühere bosnisch-serbische Präsident forderte am Dienstag erneut mehr Zeit, um seine Verteidigung vorzubereiten. Er brauche dafür noch mehrere Monate, sonst müsse er dem Prozess weiter fernbleiben, weil das Verfahren nicht fair wäre, erklärte er.

Die Anklage setzte sich für die Bestellung eines Pflichtverteidigers ein. Auch die Bestellung eines "amicus curiae" (eine Art parteiischer Sachverständiger), der dem Tribunalssenat im Verfahren behilflich ist, wäre möglich.

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